Buchempfehlung: das Runner´s World Laufbuch Marathon und Halbmarathon



Ich liebe laufen. Am liebsten lange Runden mit einem schönen Hörspiel, guter Musik oder einfach bei Vogelgezwitscher. Ambitionen schneller zu werden habe ich natürlich auch – ebenfalls auf der Langstrecke, deswegen passte das Buch „Das Runner´s World Laufbuch für Marathon und Halbmarathon“ irgendwie auch perfekt zu mir. 

Das Buch ist überraschend locker geschrieben, gespickt von zahlreichen kurzen Erfahrungsberichten, die immer zum Thema passen. Bei allen Personen ist dort neben dem Namen auch das Alter und die persönliche Marathon-Bestzeit genannt, ebenso wie die Erfahrungen. Das gefällt mir wirklich gut, weil ich mich zum einen gerne mit anderen vergleiche was die Trainingsleistung angeht und zum anderen auch gerne lese, wie es anderen ergeht.
Wie die meisten Laufbücher gliedert sich auch dieses in die großen Bereiche Training, Ernährung, Verletzungen vorbeugen und dann noch einmal eine Zusammenfassung. Nicht zu vergessen: die Trainingspläne im Anhang.
Das Buch ist sehr übersichtlich und logisch gegliedert, die Titel und Reihenfolgen sind für mich nachvollziehbar und gut gewählt, allerdings fehlen mir persönlich die Bilder. Natürlich könnte ich froh sein, dass man hier wirklich einen richtig guten Ratgeber braucht, allerdings brauche ich 
persönlich auch visuelle Elemente zur Auflockerung. 



Mir gefällt insbesondere der erste Abschnitt „Training im Alltag“ sehr gut, denn hier ist wirklich detailliert aufgeführt, was im Training so alles passieren kann – von häufig gestellten Fragen zu Trainingsplänen und Hügeln, Tempoläufen und Abkürzungen bis zu Laufbandtraining. Die Fragen sind meist sogar Fragen, die ich mir selbst schon gestellt habe, deswegen war es für mich wirklich überraschend, sie zu lesen. Teilweise könnten die aber ausführlicher beantwortet werden.
Der Teil Ernährung nimmt für meinen Geschmack leider einen zu großen Teil ein. Klar ist Ernährung sehr wichtig, aber in einem Laufbuch möchte ich, dass der Teil zum Laufen, Dehnen, Wettkämpfen und Trainingsplänen deutlich überwiegt. Das ist hier leider nicht so.
Insgesamt bin ich mit dem Laufbuch sehr zufrieden, was bei Büchern dieses Typs wirklich selten bei mir vorkommt. Ich laufe nämlich am liebsten so, wie es mir gerade gefällt und halte mich selten an Pläne und Übungen. Die Dehnübungen, die hier empfohlen werden, habe ich teilweise aber auch schon ausprobiert und auch mit einem Trainigsplan bin ich am liebäugeln. Ich würde euch das Buch also definitiv weiterempfehlen, wenn ich auch gerne lauft oder euch auf die lange Distanz steigern wollt!

Eure


Disziplin und Motivation



Disziplin und Motivation sind zwei Eigenschaften, die ich mir oft wünsche, aber für die ich auch oft beneidet werde. Heute ist ein Tag, an dem mir beides schwerfällt. Ich bin heute nicht so diszipliniert wie sonst, weil ich nicht aufgeräumt habe. Normalerweise ist mein Schreibtisch am Wochenende immer total aufgeräumt und alles liegt geordnet auf Stapeln oder im Regal. Wer meinen Schreibtisch heute sehen könnte, würde überall Zettel, Stifte, eine Flasche, meine vor sich hin sterbende Pflanze sowie Kabel, Haargummis, ein Paket Taschentücher und einige Postkarten sehen. 

Für mich ist es Disziplin, konsequent das zu tun, was ich mir vorgenommen habe. Zum Beispiel aufräumen. Das ist natürlich nicht immer leicht, vor allem bei schlechtem Wetter, gutem Wetter, schlechter Laune, Kopfschmerzen und und und… Da kommt dann jetzt die Motivation ins Spiel. Motivation ist für mich die positive Stimmung, etwas Bestimmtes zu tun. Also zum Beispiel, aufzuräumen. Disziplin und Motivation sind deswegen auch gar nicht so leicht zu trennen. 

Ich bin oft nicht motiviert zu bloggen, habe dann aber doch die Disziplin und schreibe trotzdem Posts, fotografiere, bearbeite Bilder und designe Pinterest-Posts. Natürlich habe ich da oft keine Lust drauf, also keine Motivation, aber ich habe die Disziplin. Beziehungsweise ganz oft ist es auch die Routine, die bei solchen Dingen reinkommt. Ist man erstmal bei bestimmten Dingen routiniert, braucht es keine Disziplin und Motivation mehr. Es sind bestimmte Tagesabläufe, bestimmte Bewegungsabläufe, Dinge, die dann fast ohne Denken ohne Nachfragen funktionieren. 


Warum ich jetzt einen Post über Disziplin und Motivation verfasst habe – nun ja, ich möchte euch sagen, dass es normal ist, nicht motiviert und nicht diszipliniert zu sein! Ich bin auch oft unmotiviert und einfach faul und es fällt mir wirklich schwer, irgendetwas zu tun. Aber ich weiß auch, wie ich aus solchen Stimmungslagen wieder herauskomme, beziehungsweise dem vorbeuge.

1.      Einen Plan machen


Pläne sind toll. Ich liebe es, zu organisieren und zu planen, bestimmte Termine aufeinander abzustimmen, To-Do-Listen zu machen und mir Dinge vorzunehmen. Wenn ich mir Dinge vorgenommen habe, setze ich sie meistens auch um, es sei denn, es kommt wirklich etwas Gravierendes dazwischen.
Für meine Pläne male ich mir schöne Tabellen, hänge sie auf, damit ich sie immer sehen kann und damit ich keine Ausrede mehr habe, ich hätte keine Zeit. Ich habe dann nämlich alles perfekt abgestimmt.

2.      Möglichst vielen Leuten von seinem Plan erzählen


Ein Plan ist ja schön und gut, aber ich weiß selber, wie oft ich dann doch keine Lust habe. Ich schmeiße den Plan weg, nehme mir spontan etwas anderes vor oder ignoriere einfach, was ich eigentlich machen wollte. Auch für so einen Plan braucht man einiges an Disziplin, deswegen habe ich mir angewöhnt, herumzuerzählen, was ich mir vorgenommen habe. Natürlich nicht zu jeder Sache und auch nicht zu offensichtlich, aber man kann ja mal am Rande eines Gesprächs einfließen lassen, dass man z.B. für den nächsten Tag einen Lauf geplant hat, gerade am Aufräumen ist oder ganz schnell los muss, weil noch eine Hausarbeit wartet. Wenn man das dann nicht umsetzt, meldet sich (jedenfalls bei mir) immer ganz schnell das schlechte Gewissen und ich habe dann schließlich doch die Disziplin, die Dinge umzusetzen.

3.      Sich ein Ziel setzen

Immer eine eins vorm Komma, mehr Follower, ein Marathon – das sind alles Ziele, die ich mir setzen könnte. Ziele sind etwas wunderbares. Sie öffnen den Blick in die Zukunft, zeigen uns, was wir schaffen können, was alles mit ein wenig Motivation und Disziplin möglich ist! Ich überlege mir gerne, was ich alles schaffen könnte und nehme mir dann auch Dinge vor, dann ist es auch gleich viel leichter, diszipliniert und motiviert zu sein. Außerdem sind natürlich dann feste Daten sehr toll. Beispielsweise einen Marathon kann man ja schon mehr als ein halbes Jahr im Voraus planen. Wenn man sich dann auch gleich anmeldet, schiebt man das nicht mehr vor sich weg und hat ein Ziel vor Augen. Genauso ist das auch mit anderen Dingen! Fragt euch doch mal, was ihr noch erreichen wollt, was euer Ziel in den nächsten Jahren ist! Es ist nie verboten, zu träumen, es ist auch nie falsch, anzufangen, denn einfach nur versuchen reicht nicht. Wenn ihr wirklich hinter eurem Ziel steht, dann habt ihr auch die Mentalität, es zu schaffen!

4.      Sich belohnen

Jaja, der Belohnungeffekt soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Ich liebe Pizza nach dem Laufen. Natürlich nicht immer, aber wenn ich mal 20km unterwegs war oder meine persönliche Bestzeit geknackt habe, esse ich auch gerne mal eine Tiefkühlpizza. Genauso ist es mit Schokolade. Sie motiviert beim Lernen, wenn man die Disziplin hat, diese Motivation zuzulassen. Das ist ganz einfach: noch zwei Kapitel lesen, dann ein Stück Schokolade. Noch drei Stunden lernen, dann gibt es Mittagessen. So etwas sollte natürlich nicht überstrapaziert werden, aber als kleiner Motivationskick ist Essen natürlich super. Auch materielle Dinge sind natürlich schöne Belohnungen. Das Paar Schuhe nach dem Halbmarathon, die neue Jeans nach mehreren Wochenenden Arbeit. Klar, ist das dann auch eine finanzielle Frage, aber Motivation bringt es auf jeden Fall!

Ihr seht, es ist nicht so leicht, immer motiviert und diszipliniert zu sein, obwohl es von vielen immer erwartet wird. Jeder muss immer 100 Prozent geben, der beste, schnellste, dünnste, tollste sein – das geht doch gar nicht! Das ist jetzt kein Rat, sich hängen zu lassen, sondern einfach nur ein kleiner Tipp: jeder zeigt sich immer nur von seiner besten Seite, deswegen lasst euch nicht unterkriegen! Und mit meinen kleinen Tricks seid ihr garantiert ein wenig mehr diszipliniert und motiviert 😉
 





Buchempfehlung: Into the Water

Ist sie gesprungen, oder wurde sie gestoßen? War sie depressiv, verwirrt, wütend? Auf jeden Fall ist Nel Abbott eines – tot.

In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen.

Ihr lest, schon, der Klappentext klingt verdammt spannend, aber auch irgendwie verwirrend. Eine Leiche wird gefunden und daran hängen viele weitere Handlungsstränge, aus vergangenen Jahrhunderten, aber auch aus der Gegenwart. Ob Nel Abbott wirklich gesprungen ist, ist nach einiger Zeit nicht mehr die zentrale Frage in Paula Hawkins Spannungsroman. Vielmehr vermischen sich Geschichten zu einem riesigen Konstrukt aus ungeklärten Fragen, das sich immer weiter aufbaut und zu weiteren Fragen führt. 

„Into the Water“ von Paula Hawkins ist ein ganz spezieller Spannungsroman, einer in der Art, in der ich noch keinen gelesen habe. Der Roman ist aus der Sicht vieler verschiedener Personen geschrieben, die alle das Dorf Beckford bewohnen oder dort als Polizisten vor Ort sind. Jeder hat seinen Blick auf das Geschehen, jeder hat andere Erinnerungen oder hat sich seine Erinnerungen ausgedacht. Da kommt schnell Verwirrung in die Personenkonstellation und auch in den Handlungsstrang, die nicht so einfach aufgehoben werden kann. Wer nicht konzentriert liest, ist schnell raus.

Die Geschichte selbst hat bei mir nicht so eine Faszination ausgeübt, wie andere Krimis oder Thriller. Hier geht es um die verstrickten Schicksale mehrerer Frauen, die allesamt in einem Tümpel in einem Fluss ertrinken. Die Grundidee ist natürlich spannend, aber es geht ihr schnell vom Hundertstel ins Tausendstel. Letztendlich werden drei Todesfälle auf einmal aufgeklärt, wobei der von Nel Abbott der zentrale Fall ist. Und irgendwie hängt doch alles zusammen. Für meinen Geschmack war das ein wenig viel Zusammenhang, die Idee finde ich aber wunderbar. 



Auch der Schreibstil passt zu den jeweiligen Personen, selbst wenn man mal nicht auf die Unterzeile mit dem Namen geschaut hat, erfasst man recht schnell, aus welcher Sicht geschrieben wird.
Insgesamt finde ich „Into the Water“ einen gelungenen Spannungsroman, aber nicht spannend genug, um ihn ein zweites Mal zu lesen. 

 

Buchempfehlung: Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind


Reisen ist doch wirklich etwas Schönes. Neue Länder sehen, neue Kulturen und Menschen kennenlernen, entspannen oder einfach ein paar Tage Auszeit haben. Ich bin gerne unterwegs, wenn auch nur innerhalb Deutschlands, es ist einfach diese Veränderung, die mich glücklich und entspannt macht. Wenn ich dann unterwegs bin, fahre ich meistens mit der Bahn oder – seltener – mit dem Auto.

Für Sina Pousset hingegen ist meist schon klar, wie sie von A nach B kommt: mit dem Fernbus! Ob nach Karlsruhe, München, Heidelberg oder Berlin, die junge Autorin war schon auf so einigen Strecken mit dem grünen Bus unterwegs. Darüber hat sie im November 2016 auch ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind.“

Ich persönlich bin noch nie mit dem Fernbus gefahren, einfach, weil die Anbindung an meine Kleinstadt so schlecht ist. Ich komme nur in zwei Richtungen, dann aber auch nur einmal am Tag und dann fahre ich doch lieber Bahn. Trotzdem haben mich die grünen Busse schon immer irgendwie gereizt, deswegen musste ich auch unbedingt „Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind“, lesen. Ich wollte einfach verstehen, wie es so ist, mit dem Fernbus zu reisen. Und genau das habe ich auch herausgefunden. 

Sina Pousset schildert in ihrem Roman die Erlebnisse auf ihren zahlreichen Fernbus-Fahrten bis ins kleinste Detail. Sei es das zahnende Baby, der mörderisch fahrende Busfahrer, der Klodunst oder das schmusende Pärchen – ich weiß jetzt, was sich so alles im Bus abspielen kann. Ehrlich gesagt wollte ich das Buch nach den ersten paar Kapiteln aus der Hand legen. Diese durch und durch negative Haltung hat mich einfach gestört, genauso wie das Hinweisen darauf, dass alleine das Finden der Bushaltestelle oft eine Kunst für sich ist. 

Aber ich bin drangeblieben, habe das Buch durchgelesen, denn irgendwie hat es mich fasziniert. Sina Pousset nimmt in „Keine Ahnung, wo wirhier gerade sind“ kein Blatt vor den Mund. Sie schreibt unverblümt über alles ekelige, nervige, schreckliche, was sie im Fernbus erlebt hat und trotzdem steigt sie immer wieder in das grüne Gefährt ein. Das hat mich irgendwie beeindruckt und nach einigem Nachdenken habe ich letztendlich auch die Vorteile des Reisens mit dem Bus verstanden. Das kam mir aber etwas zu spät im Buch. Natürlich hat die Autorin auch immer wieder nette Begegnungen und glückliche Zufälle einfließen lassen, aber irgendwie schwingt für meinen Geschmack immer zu viel negative Stimmung mit, bis sie am Ende doch den Bogen zu einem einigermaßen runden Schluss findet. Mit dem Fernbus zu reisen hat mit Akzeptanz zu tun, das habe ich jetzt verstanden, aber ob es das war, was ich mir von diesem Buch erwartet habe?

Ich würde das Buch jedenfalls nicht wegen irgendwelcher Fernbus-Insidertipps weiterempfehlen, sondern eher, weil es wirklich unterhaltsam, nah am Leser und manchmal sogar spannend ist! Für mich war es einfach eine nette Lektüre zwischendurch 😉
Viel Spaß beim Lesen,
Eure